• Stine

Das richtige Futter

Wenn du dich mit dem Thema der positiven Verstärkung auseinandergesetzt hast, wirst du schnell zum Thema Futter als Belohnung kommen. Futter als Belohnung ist für viele ein absolutes „No-go“. Es gibt unendlich viele Argumente dagegen, auf die ich an dieser Stelle aber nicht eingehen möchte. Jeder sollte für sich selbst entscheiden können, ob er mit Futter als Lob arbeiten möchte oder nicht. Sinnvoll eingesetzt und unter Beachtung einiger Regeln, kann Futter als Belohnung sehr viele Vorteile haben und es uns Menschen enorm erleichtern, das Pferd zu motivieren. Im Clickertraining verwendet man tatsächlich sogar sehr häufig Futter als Lob. Futter ist ein sehr machtvoller Verstärker und kann natürlich auch Auslöser von Stress sein. Deshalb solltest du dir genau überlegen, welches Futter du als Belohnung verwendest.


Bevor du mit dem Training mit Futter beginnst, sollte sichergestellt sein, dass deinem Pferd ausreichend Rauhfutter zur Verfügung steht und es nicht hungrig ist. Das ideale Futter ist möglichst nicht zu groß, damit das Pferd nicht zu lange kaut und nicht nach 5 Leckerbissen schon satt ist. Es ist möglichst handlich, damit man es gut überreichen kann und es ist bei den meisten Pferden idealerweise auch mit nur ganz wenig Kalorien versehen. Wenn man von Leckerlis redet, kommen einem sofort die Leckerlitüten in den Kopf, die man in jedem Reitsportladen kaufen kann. Industriell gefertigte Leckerlis haben oft einen sehr hohen Anteil an Zucker uns sind leider nicht so gesund. Als Jackpot, kann man sicherlich mal ein derartiges Leckerli verwenden, ich würde jedoch davon abraten, sie als Hauptbelohnungsfutter einzusetzen.



Es empfiehlt sich immer, mit einem möglichst geringwertigen Futter für das Pferd anzufangen. Du kannst beispielsweise einfach ein bisschen Heu kleinschneiden und dieses verwenden. Wenn dir das zu anstrengend ist, gibt es von einigen Herstellern auch Heupellets, die zum trockenfüttern geeignet sind. Überprüfe hier aber dennoch, ob die Pellets aufquellen und biete dem Pferd zwischendurch auch Wasser an, da das Futter sehr trocken ist. Einige verwenden die gefertigten Wiesenbussi Leckelis. In der Menge, in der oft beim Clickern gefüttert wird, geht das allerdings recht schnell ins Geld. Aber Wiesenbussis sind mit Sicherheit eine tolle Alternative. Es gibt sogar extra für das Clickertraining gefertigte Clickerlis, die eine tolle Größe zum Clickern haben und zu dem noch recht gesund sind. Du kannst aber auch einfach getrocknete Hagebutten, Stangensellerie oder Gurke ausprobieren. Nicht jedes Pferd mag dies und die Menge macht’s. Oder du verwendest einfach das Müsli, oder den Hafer, den das Pferd sowieso sonst bekommen würde. Höherwertiges Futter wären dann beispielsweise kleingeschnittene Möhren, oder Äpfel.


Die Möglichkeiten sind quasi unendlich und letztlich muss man einfach mal ausprobieren, welches Futter sich am besten für das individuelle Pferd eignet. Ich kann allerdings empfehlen, lieber etwas niederwertiges Futter zu nehmen und dafür davon etwas mehr zu geben. Denn wenn du zu hochwertiges oder zu hochkalorisches Futter verwendest und dann ständig überlegst, ob du für das Verhalten jetzt schon klickst, oder lieber nicht, kann das für das Pferd sehr frustrierend sein und dir das Training kaputt machen.

© Stine Küster - Click mit Herz